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Infos zum Betrieb der Feldbergbahn Seil gibt Sicherheit.

Bei der Feldbergbahn handelt es sich um ein 6-litziges Förderseil (so nennt man die Seilfunktion, da es die Kabinen gleichzeitig „trägt“ und „zieht“). Bei der Schauinslandbahn in Freiburg z.B. unterscheidet man „Trag- und Zugseile“. Die Tragseile bilden die Fahrbahn und die beiden Zugseile bewegen die Kabinen.

Die Machart der Litzen (das sind die sechs „Drahtbündel“, aus denen das Seil besteht) nennt sich „Warrington-Seale“. Es ist eine Kombination aus zwei Grundkonstruktionen. Den Warrington-Anteil erkennt man daran, dass in einer Drahtlage der Litze dicke und dünne Drähte nebeneinander liegen, so dass ein runder und gut gefüllter Querschnitt entsteht. Den Seale-Anteil der Litze erkennt man daran, dass gegenüber den unteren Drahtlagen dicke Drähte außen sind. Diese machen das Seil robust und weniger empfindlich gegen mechanischen Abrieb von außen (zur Info: Herr Seale hat diese Machart vor langer Zeit für die Cable Car in San Francisco erfunden, da hier die Wagen zum Losfahren auf das laufende Seil geklemmt werden. Das Seil rutscht eine Weile durch die Klemme und beschleunigt somit sanft den Wagen, erfährt aber starken Abrieb in dieser Kupplung, weshalb man einen solchen Seiltyp gut gebrauchen konnte). Im Bild ist das gut zu sehen.

Die Mindestbruchkraft des Seils beträgt 1135 kN (Kilo-Newton). Das entspricht etwa 115 Tonnen, die ein Probestück des Seils mindestens bei der Abnahme nach der Fertigung im Zerreißversuch halten musste. Der tatsächliche Wert liegt noch höher! Die Seilbahn darf das Seil im schlimmsten Fall (z.B. voll beladen + volle Bremsung, kann von Bahn zu Bahn unterschiedlich sein) höchstens um einen vier-Mal niedrigeren Wert belasten, das regelt aktuell die Europanorm „EN12927“. Im normalen Betrieb treten diese Kräfte nicht auf.

Die Drähte bestehen grundsätzlich aus Stahl, der durch „Patentieren“ (eine spezielle Wärmebehandlung des Materials) und „Kaltverformung“ gehärtet wurde. Die Drähte des Seils müssen mindestens 1770 N/mm² aushalten (die sogenannte Drahtnennfestigkeit), das sind umgerechnet ca. 180kg pro mm² Drahtquerschnitt. Alle Drähte sind verzinkt, so dass sie nicht rosten (der Ingenieur sagt „korrodieren“).

Das Seil ist ein Gleichschlag-Seil, d.h. die Litzen und die Drähte sind in die gleiche Richtung gedreht (der Seiler sagt „geschlagen“). Litzen und Drähte können auch gegenläufig geschlagen werden. Das ist ein Kreuzschlag-Seil mit anderen Eigenschaften. Für diesen Bahntyp werden grundsätzlich Gleichschlag-Seile eingesetzt.

Die Fasereinlage dient dazu, die Litzen des Seils zu stützen und sie in einem definierten Abstand zu halten. Sie ist aus Kunststoff und macht das Seil somit biegsamer. Die Fasereinlage trägt nicht zur Tragkraft des Seils bei. Da sie viel elastischer ist als die Litzen und sich somit leichter längt, steht die Einlage kaum unter Spannung. Die Litzen sind währenddessen voll belastet.